Innenarchitektin - wie ein Kindheitstraum mein Job wurde!

Aktualisiert: Apr 1

Seit knapp 2 Jahren gibt es nun meinem Blog DailyAlice und ungefähr genausolange führe ich meinen Instagram Account @lilli.beyer, auf dem ich fast täglich zu den Themen Mode und Lifestyle poste. Über meinen Job erzähle ich wenig, weil ich berufsbedingt nicht sehr viel teilen darf. Aber grade deswegen ist die Nachfrage von vielen groß und ich dachte mir ich beantworte die meistgestellten Fragen in einem Video für euch!


Alle Fragen & Antworten aus dem Video im Überblick:


Wie kamst du dazu Innenarchitektin zu werden?

Bereits mit 9 Jahren liebte ich es mich im Computerspiel "Die Sims" auszutoben. Ich habe die meiste Zeit nur Häuser gebaut und eingerichtet und garnicht wirklich mit den Sims gespielt! Irgendwann habe ich dann angefangen mir Innenarchitektur-Zeitschriften zu kaufen und die Häuser darin nachzubauen. Das hat dann irgendwann dazu geführt, dass ich mein Kinderzimmer recht oft umgestaltet habe - neue Farbe, Möbel umstellen oder mir neue Deko von meinen Eltern zu wünschen, hat mir wahnsinnig vile Spaß bereitet. So kam der Wunsch, dies irgendwann auch als Beruf zu machen - und das hat sich seitdem nicht mehr geändert.


Wie hast du angefangen dein Traum zu verwirklichen?

Grade weil ich so früh schon sicher war was ich machen möchte, habe ich mich schon in der Schulzeit darauf vorbereitet. Ich habe Praktika gemacht, wann immer es ging und immer versucht gute Noten zu schreiben, damit ich studieren kann. Ich habe ein Praktikum beim Architekten und zwei bei Innenarchitekten alleine in meiner Schulzeit absolviert und das hat mich nur noch mehr bestärkt. Als ich dann mein Abitur in der Tasche hatte, habe ich mich direkt auf die Suche nach einem geeigneten Studium gemacht und mein Portfolio/Bewerbungsmappe angefertigt, sowie einen Zeichenkurs belegt.


Wo hast du studiert und wie ist das Studium?

Ich habe insgesamt 4 Jahre, also 8 Semester an der Hochschule Trier Innenarchitektur (Eine Liste mit weiteren Studienplätzen für Innenarchitektur findet ihr weiter unten) studiert und 2019 meinen Bachelor of Arts (Hons.) gemacht. Übrigens wurde meine Bachelorarbeit auch vom Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) als beste Arbeit ausgezeichnet. Meine Bachelorarbeit könnt ihr euch hier ansehen. Mein Bewerbungsportfolio nach dem Studium hier.


[INFO] Man kann auch nur 6 Semester studieren, allerdings ist dann noch ein 2-4 Semester langer Master notwendig, um in die Architektenkammer aufgenommen werden zu können. Ebenfalls wichtig für die Aufnahme in der AK ist eine anschließende 2 jährige Berufserfahrung, sowie Kurse, die nach Abschluss des Studiums zur Weiterbildung in allen Leistungsphasen belegt werden müssen.


Das Studium in Trier ist sehr praxislastig und zum größten Teil ein Selbststudium. Das heißt, man muss viel Selbstdisziplin und eine gewisse Organisation besitzen, um möglichst ungestresst durch dieses Studium zu kommen!

Wir hatten auch Kurse in der hauseigenen Holz- und Metallwerkstatt, in denen wir den Umgang mit Schreinerwerkzeugen ,Schweißgeräten, der Fräse und dem 3D Drucker gelernt haben. Dieses Wissen half nicht nur beim Gestalten und Bauen eigener Möbelstücke (2. & 3.Semester), sondern auch beim Modellbau.

Wer also handwerklich zwei linke Hände hat, sollte es sich zweimal überlegen ob er dieses Studium antritt.


Dieses breite Fächern von praxisbezogenem Wissen hat mir einen guten Überblick gegeben und mir zum Beispiel gezeigt, dass Möbeldesign rein gar nichts für mich ist *lach*


Was ist der Unterschied zwischen Innenarchitektur und Interior Design?

Ein Innenarchitekt befasst sich mit der ganzheitlichen Gestaltung von Räumen, Raumkonzepten und auch der technischen Planung, wie z.B. Einbaumöbel, Lichtplanung (nicht im Studium enthalten) und intelligenten Grundrisslösungen, sowie der Komposition von Materialien, Farbe und Form. Um sich Innenarchitekt nennen zu dürfen muss ein Studium von mindestens 6 Semestern mit einem Bachelor of Arts oder Bachelor of Engineering abgeschlossen worden sein, mit anschließender 2 jähriger Berufserfahrung und Eintragung in die Architektenkammer des jeweiligen Bundeslandes.


Ein Interior Designer ist eine Art Raumausstatter. Jeder der möchte kann sich Designer nennen und es ist kein geschützter Begriff wie "Innenarchitekt". Der Interior Designer ist oft beratend aber auch planend tätig und wählt Materialien/Möbel/Dekoration aus, ist aber zu keiner in die Bausubstanz eingreifenden Handlung ausgebildet/befähigt. Hierfür muss ein Architekt, Statiker oder Innenarchitekt zu Rate gezogen werden. Es ist kein Studium für diesen Beruf nötig, es reicht bereits eine Ausbildung oder einfach nur die Fähigkeiten und eine Affinität zu Design aus.


Wo arbeitest du jetzt und wieso Irland?

Beginnen wir mit: Wieso Irland? Ganz einfach: Mein Freund Lukas hat ein mega Jobangebot bekommen und da wir keine Lust auf eine Fernbeziehung hatten bin ich nach dem Studium direkt hinterher! Hier bleiben wir aber nicht für immer - Irland dient quasi nur als Karriere Sprungbrett.


Momentan arbeite ich in Dublin bei Henry J Lyons - einem großen Architektur- und Inennarchitekturbüro mit circa 300 Mitarbeitern. Der Bereich Innenarchitekur ist bei uns recht klein und wir sind zu zwölft.


Wir arbeiten mit vielen bekannten Firmenkunden wie z.B. Google, LinkedIn, Hubspot, KPMG und vielen mehr zusammen. All diese großen Tech Unternehmen sind auf Grund steuerlicher Vorteile hier in Dublin ansässig und errichten hier häufig ihre europäischen Headquarter, die wir dann designen. Aus diesem Grund darf ich allerdings auch nie etwas mit euch teilen, da alles strengster Geheimhaltung unterliegt.


Das klingt jetzt viel spannender als es ist - ich gestalte hauptsächlich Großraumbüros, Meetingräume, Kantinen und Lobbies. Meistens darf ich als Jobeinsteiger nicht mal designen, sondern führe eher Designs aus. Jedoch muss ich sagen, dass ich auch wahnsinnig stolz bin, auf das , was ich hier in Dublin bisher machen konnte und gelernt habe. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal Büroräume für einen Kunden wie Google mache und auf Englisch arbeite!


Mein Plan für die Zukunft sieht aber etwas anders aus.


Was liebst du am meisten an deinem Job und was ist dein Plan für die Zukunft?

Am meisten an meinem Job liebe ich natürlich das Entwerfen und am Ende zu sehen wie aus etwas Altem oder aus dem Nichts etwas Neues entsteht. Am meisten reizen mich bereits bestehende Gebäude, die man dann komplett umplant und etwas ganz Neues erschafft! Es ist auch so wichtig, dass wir das, was an Bestand bereits da ist nutzen und wir nicht immer nur abreißen und neubauen. Das ist schlichtweg Ressourcen Verschwendung!


Mein Traum ist daher, zum einen im privaten Sektor tätig zu sein, sprich Häuser und Wohnungen für Privatkunden zu planen, sowie im gewerblichen Sektor (Boutique-) Hotels und Restaurants zu entwerfen!